Die Regierung Bajramović hat in der Zedarien-Frage Besonnenheit und Weitsicht bewiesen. In einer Zeit, in der unsere eigene Nation vor großen Herausforderungen steht, ist es unverantwortlich, unsere Ressourcen und das Leben unserer Bürger für Konflikte in fremden Ländern zu riskieren. Wir sind keine Weltpolizei, die überall eingreifen muss. Unsere erste und wichtigste Pflicht ist es, die Sicherheit und das Wohlergehen unserer eigenen Völker zu gewährleisten.
Ja, Zedarien mag ein langjähriger Partner sein, aber das bedeutet nicht, dass wir uns blindlings in ihre inneren Konflikte verwickeln lassen sollten. Die Destabilisierung Zedariens ist bedauerlich, aber sie ist weder unsere Schuld noch unsere Verantwortung. Wir dürfen nicht vergessen, dass jeder militärische Einsatz, jeder Eingriff in die Souveränität eines anderen Landes, auch immer ein Risiko für unser eigenes Land darstellt – wirtschaftlich, sicherheitspolitisch und moralisch.
Die Geschichte hat uns gezeigt, dass solche Interventionen oft mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Statt auf Eskalation zu setzen, sollten wir uns auf diplomatische Lösungen und friedliche Mittel konzentrieren. Die Behauptung, dass ein militärisches Eingreifen unsere sozialistischen Werte verteidigen würde, ist schlichtweg falsch. Unsere wahren Werte liegen in Frieden, Selbstbestimmung und dem Respekt vor der Souveränität anderer Nationen.
Sie nennen es "Besonnenheit" und "Weitsicht" - ich nenne es "Verzagtheit" und "Fahren auf Sicht". Gleichwohl hege ich die Hoffnung, dass die Regierung irgendeinen Plan hat und ein Konzept verfolgt. Sie sagen, Genosse Rajić, dass "die Sicherheit und das Wohlergehen unserer eigenen Völker zu gewährleisten" sei. Da bin ich ganz bei Ihnen. Aber ich sage auch: Die Sicherheit und das Wohlergehen unserer eigenen Völker wird auch in Zedarien gewährleistet. Die geostrategische Bedeutung der Region ist auch für Severanien erheblich und auf den Absatzmarkt - insbesondere für agrarische Produkte - habe ich bereits hingewiesen.
Sie sagen, dass die Destabilisierung Zedariens bedauerlich, aber "weder unsere Schuld noch unsere Verantwortung" sei. Auch da haben Sie grundsätzlich recht, aber Ihre Schlussfolgerungen sind die falschen. Natürlich ist die Situation nicht unsere Schuld, aber um die Sicherheit uns das Wohlergenen unserer eigenen Völker zur gewährleisten sollte es in unserem massiven Interesse sein, diesen Zustand der Destabilisierung zu beenden.
Sie behaupten weiterhin, dass Interverntionen oft mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Ich hoffe Sie verstehen, dass ich als Premjiera Vesterans eine andere Sicht darauf habe, da unsere Geschichte nicht die Ihrige und die des Ihrigen Volkes ist. Auch wenn wir am Ende siegreich waren, mussten wir unseren Kampf alleine ausfechten.
Aber, und da bin ich dann wieder ganz bei Ihnen, sehe ich zum jetzigen Zeitpunkt noch einen Hoffnungsstreif am Himmel, dass die Zedarien-Frage friedlich und auf diplomatischem Wege gelöst werden kann. Dieses muss in unserem Sinne sein und hier erwarte ich ein deutlich stärkeres Engagement der Regierung! Severanien muss hier vorangehen und seine Kontakte nach Hadiqa nutzen, um mäßigend auf alles Seiten einzuwirken. Uns kommt auch deshalb eine besondere Verantwortung in dieser Frage zu, da - und ich wiederhole mich - wir eine der wenigen Nationen sind, die einen halbwegs belastbaren Dialog mit den Akteuren in der Region pflegen.
Herr Präsident, als Initiatorin und Antragsstellerin dieser Debatte kann ich damit leben, wenn der, von der Jedinstvo eingebrachte Antrag hier gestellt, beraten und abgestimmt wird. Ich denke, wir können das Procedere einfach halten.