Der Gründungsmoment war nach meiner Erinnerung natürlich kein sozialistischer, aber ein Versuch, den autoritär-nationalistischen Impuls der Jedinstvo in ein nationalistisches, aber zugleich ordnungspolitisch stabiles Konzept zu überführen.
Dass Jurić die DS als liberal-konservative Alternative sah, zeigt doch im Grunde genau das Vakuum, das damals abseits von Jedinstvo und NAPRED vorhanden war.
Heute aber, siebzehn Jahre später, hat sich das ideologische Koordinatensystem verschoben. Die PROGRES hat das liberale Zentrum besetzt, die Domovina spielt auf der nationalkonservativen Klaviatur und die Jedinstvo ist in vielem zu staatstragend geworden. In dieser Lage kann NAPRED gar nicht mehr dieselbe Partei sein wie 2008.
Die historische Symbolik Arbeiter, Soldaten, Aufbau gehört zur politischen DNA eines autoritären Staatsgedankens, der sich durch Arbeit, Disziplin und kollektive Opferbereitschaft definiert, nicht allein durch Religion oder Vaterland. Darum finde ich das Mosaik in seiner jetzigen Form durchaus passend. Es verweist auf eine Ästhetik der Stärke und Geschlossenheit: zwei folkloristische Elemente, ein Arbeiter, zwei Soldaten. Ich habe versucht, diesen Geist mit der heutigen Programmatik zu verbinden, also nationale Identität und sozialstaatliche Ordnungsidee.
Das ist für mich der authentischste Ausdruck dessen, was NAPRED 2025 sein kann.
Für mich bleibt die Gründungsidee von 2004/2008, die Abspaltung des autoritär-nationalistischen Flügels der NSV/Jedinstvo, der zentrale Bezugspunkt in der soften Neuaufstellung seit Radenković.