Drei Kandidaten, zweieinhalb Lager und eine Zerreißprobe: Der Kampf um das Präsidentenamt beginnt

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    DURANJE - Mit dem gestrigen Tag startete Kaysteran in einen der unvorhersehbarsten Wahlkämpfe seiner Geschichte. Was als Duell zwischen liberaler Regierung und konservativer Opposition geplant war, hat sich nach der internen Rebellion in der PROGRES zu einem harten Dreikampf entwickelt. Drei Visionen prallen nun aufeinander. Und die sozialistische Jedinstvo, die sich bereits seit Jahren in Kaysteran schwer tut, hat ganz unerwartet indirekt einen Kandidaten, der ihr womöglich näher steht als sein bisheriges Amt vermuten ließ.



    Roko Krstulović (Domovina), der Ex-General, der auch bei jeder Gelegenheit ebendiese Vergangenheit erwähnt, setzt auf das Motiv seiner langjährigen Erfahrung in Krisensituationen. In einer Zeit der Verunsicherung verspricht er Sicherheit und eine Rückkehr zu konservativen Werten. Sein Kalkül ist dabei klar: Während sich das mitte-links Lager spaltet, bleibt er die unangefochtene Kraft der konservativeren Wähler. Er wäre nach 14 Jahren die erste konservative Kraft mit klarer wirtschaftsliberaler Agenda in Kaysteran seit dem Verbot der Kajsteranska Unija an der.


    Die amtierende Sozialministerin Ana Knežević (PROGRES) als de facto Kandidatin des Parteiflügels von Bundespräsident Marko Boban, steht für Kontinuität. Doch sie steht unter Dauerbeschuss: Von rechts wird ihr Führungsschwäche vorgeworfen, von links der Verrat an sozialen Idealen. Ihr Ziel ist es, die Wähler der Vernunft zu sammeln, die ein Abgleiten in radikale Ränder fürchten. Die Wahl im Februar hat gezeigt, dass sie nicht chancenlos ist, aber eben auch nicht so beliebt wie Boban. Trotzdem war der Patt im Februar ein de facto Sieg für Krstulović.


    Ihr Herausforderer von links, der parteilose Stipe Grgić, den ebenfalls Marko Boban ins Ministeramt brachte, hat jedoch nun das politische Gefüge gesprengt: Mit einer deutlich sozialistischeren Agenda greift er direkt das Stammpublikum der Jedinstvo und den linken Flügel der PROGRES an - gerade an der Küste, den Hochburgen der Jedinstvo wird der Charakterkopf wohl Knežević komplett die Show stehlen. Sein Auftritt ist auch ein Weckruf an alle, denen die letzte Regierung etwas zu weit in die wirtschaftsliberale Richtung gerückt ist.


    Analysten erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem jede Stimme im linken Lager über den Einzug in die wahrscheinliche Stichwahl entscheiden könnte.

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