Scherbenhaufen statt Aufbruch: Der Machtkampf in der PROGRES eskaliert

  • Scherbenhaufen statt Aufbruch: Der Machtkampf in der PROGRES eskaliert

    Duranje – Die Regierungspartei PROGRES schlittert im Stammland Kaysteran in eine handfeste Führungskrise. Während die erneuten Präsidentschaftswahlen näher rücken, zerfleischt sich die kaysteranische Sektion der Partei über die Frage, wer die Republik künftig führen soll. Nach dem Abgang von Ivica Novak zum Bund steht Sozialministerin Ana Knežević ohne Rückhalt, aber mit großen Ambitionen da – sehr zum Missfallen ihres schärfsten Kritikers aus den eigenen Reihen.

    Eigentlich sollte die Wunde bereits verheilt sein, doch in der Parteizentrale der PROGRES klafft sie weiter auf als je zuvor. Ana Knežević, die Sozialministerin, will es noch einmal wissen. Nachdem sie im Februar an Roko Krstulović von der konservativen Domovina scheiterte und keine Mehrheit kriegen konnte, fordert sie nun eine zweite Chance.

    Doch die Basis murrt. Der Vorwurf wiegt schwer: Knežević habe die Niederlage vom Februar nie aufgearbeitet. Statt Fehleranalysen gab es Schweigen; statt eines geschärften Profils blieb die Ministerin blass. „Man kann nicht mit demselben Rezept, das beim ersten Mal angebrannt ist, ein Gourmet-Menü versprechen“, kommentierte ein hochrangiges Parteimitglied hinter verschlossenen Türen.


    Besonders pikant ist die Frontstellung innerhalb der Regierung. Ausgerechnet ihr Ministerkollege, Innenminister Stipe Grgić, hat sich sogar öffentlich zum Wortführer der Knežević-Gegner aufgeschwungen.

    Grgić forderte wohl ein „Charakterkopf“ mit klarer Kante nach der langen Amtszeit von Marko Boban – ein Attribut, die er bei Knežević offenbar vermisst. Der Schlagabtausch zwischen Innen- und Sozialressort lähmt derzeit jegliche strategische Planung für den Wahlkampf.


    Die Hoffnung der Knežević-Kritiker ruhte bis zuletzt auch auf Ivica Novak. Er galt als der logische Kompromisskandidat, der die zerstrittenen Flügel hätte einen können. Doch dieser Rettungsanker ist weggebrochen: Novak wurde zum Bundesinnenminister Severaniens berufen und hat zumindest vorerst Kaysteran politisch den Rücken gekehrt.


    Die PROGRES steht nun sprichwörtlich dumm da“, so ein politischer Analyst. „Man hatte intern auf die Karte Novak gesetzt und steht jetzt mit leeren Händen vor einer möglichen Kandidatin, die man eigentlich verhindern wollte.



    Die Zeit drängt. Während die Domovina sich bereits für den Wahlkampf rüstet, wirkt die PROGRES wie ein kopfloser Riese. Sollte es Knežević gelingen, ihre Nominierung gegen den massiven Widerstand von Grgić durchzudrücken, droht ein Wahlkampf der internen Grabenkämpfe. Ohne eine schnelle Einigung riskiert die Partei nicht nur das Präsidentenamt, sondern auch ihre Glaubwürdigkeit als gestaltende Kraft in Kaysteran.

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