Die zweite Show des Abends gehört der tchinosischen Designerin Liang Suwen, die in der Hauptstadt Běnjīn ihr Atelier betreibt und seit einigen Jahren als eine der wichtigsten Stimmen einer neuen, modernen Modebewegung in der Volksrepublik gilt. Ihr Debüt in Severanien wurde mit Spannung erwartet, nicht zuletzt, weil sie als Brückenbauerin zwischen traditioneller Formensprache und einer klar internationalen Ästhetik gilt.
Liang Suwen setzt auf ein Spektrum warmer Töne: Jadegrün, Indigo, graublaue Nuancen und erdige Abstufungen werden von weißen und karminroten Akzenten durchbrochen. Die Silhouetten zeigen einen klaren Bezug zur renzianischen Tradition – gerade Linien, hochgeschlossene Kragen, asymmetrische Knopfverläufe. Liang Suwen verbindet diese Elemente mit modernen Schnittführungen: fließende Stofflagen treffen auf architektonische Jackenformen, weite Ärmel auf feine Drapierungen.
